Portraits aus der Region

ALMUT Köhnen

Denk ich an meine Bienen, fühle ich mich berührt. Ich spüre den Weg, den sie gemeinsam mit mir gegangen sind. Seit nunmehr 2001 begleiten mich die Bienen, sie haben mich und meine Wahrnehmung von der Natur und deren Zusammenhängen verändert. Sie haben mein Leben bereichert, mich mit mir und spirituellen Erfahrungen in Beziehung gebracht. Durch sie wurde ich mit Menschen zusammengeführt, mit denen ich mich tief verbunden fühle. Das scheint mir eine besondere Fähigkeit der Bienen zu sein.  

Wesel-Bislich, www.bienen-klaenge.de

CLAUDIA Blauert

Jahrgang 1968, Bienenenthusiastin, Naturliebhaberin - ich lebe bei Kevelaer, Deutschland, nahe der niederländischen Grenze. Durch meinen Vater Heinz Fischer, Odenwald, der Biologie und Chemie studiert hat und über ein außergewöhnliches Pädagogisches Talent verfügt, hatte ich das Glück, mit Bienen aufzuwachsen. Meinen ersten Schwarm habe ich mit 13 Jahren allein geborgen. Ich studierte Medizin (1. Staatsexamen) an der Anthroposophischen Universität Witten-Herdecke und wurde später Heilpraktikerin. Ich bin Mitglied der Mellifera Imkergruppe Krefeld und einer Behandlungsfrei - Gruppe von kooperierenden, lokalen Imkern. Folgende Texte habe ich verfasst:

- "Behandlungsfreie Imkerei und Wildbienen - ein Besuch in Clive und Shân Hudson, Snowdonia".

www.mellifera.de/blog/behandlungsfreie-imkerei-wales

- einen Artikel über die “Learning From The Bees Conference 2018”, der auch in englischer Sprache im Natural Bee Husbandry erschienen ist:

https://www.mellifera.de/blog/freibeuter/learning-from-the-bees-von-den-bienen-lernen.html

-  "Ein Plädoyer für den Einsatz der natürlichen Widerstandsfähigkeit der Honigbienen in der Bienenhaltung und -zucht":

https://www.researchgate.net/publication/325756368_Ein_Pladoyer_fur_den_Einsatz_der_naturlichen_Widerstandsfahigkeit_der_Honigbienen_in_der_Bienenhaltung_und_-zucht

Meine Vision ist eine Welt, in der wir Menschen mit und nicht mehr gegen die Natur leben. Bei mir leben Wild- und Honigbienen.

bienenblau@email.de

FABIAN Pattberg

Ich bin Imker, und ich bin Bienenhalter. Das mag auf den ersten Blick komisch klingen. Aber meine Leidenschaft gilt der Bienenhaltung im Ganzen.

Manche nennen es Imkern, andere Bienenhaltung oder sogar Bienenerhaltung. Egal wie die Bezeichnung ist: Bienenhaltung ist meine Leidenschaft und ich versuche ständig, mich zu diesem Thema weiterzubilden.

Deshalb bin ich auch Mitglied im lokalen Imkerverein und interessiere mich sehr für jegliche Art der Bienenhaltung, klassische und moderne. Die Praxis mit den Bienen ist aber das, was mich als Person am meisten interessiert. Wenn ich mit meinen Bienen zusammen das Jahr in der Natur durchlaufen kann, bin ich in meinem Element. Alles was ich bei meiner Bienenhaltung und dem Imkern erlebe, schreibe ich meinem Blog auf. So verarbeite ich die Erfahrungen und Erlebnisse mit meinen Bienen.


Mein Blog: https://www.meine-bienen.com/

FRANK Peifer-Weiß

Vor nun schon vielen Jahren habe ich den Kontakt zu den Bienen gefunden - inspiriert von den Bienen im Schulgarten der Waldorfschule, die unser Sohn damals besuchte und einem Demeter zertifizierten Imker, der damals schon anfing, die Imkerei kreativ und kritisch zu hinterfragen, André Deckers. Ich besuchte einen Imkerkurs für wesensgemäße Bienenhaltung und hatte im Herbst des gleichen Jahres mein erstes Bienenvolk bekommen. Danach wurden es, von diesem Volk ausgehend, bis heute immer mehr Bienenvölker. Man könnte sagen: „alles meine Kinder“. Völker, die auf anderem Wege zu mir kamen, brauchten meist lange Zeit, um so vital zu werden wie meine Stammvölker. Bis auf die Schwärme, die ich eingefangen habe, waren diese Völker, wenn sie ihre neue Behausung eingerichtet hatten, immer sehr vital. Wenn dann mal ein Bienenvolk den Winter nicht überstanden hat, ist das im Frühjahr immer wieder ein etwas trauriges Ereignis. Was bleibt ist das Bienenwachs, das man weiter verarbeiten kann. So war auch der Tod des Bienenvolks nicht ganz umsonst.

Da ich ein hinterfragender Mensch bin, arbeite ich nicht dogmatisch an einer Leitlinie entlanghangelnd mit meinen Bienenvölkern. Ich finde diese Zwänge im Allgemeinen oftmals ungesund für Mensch und Tier. Es gibt im Leben immer mehrere Wege, die man gehen kann. So ist es auch mit den Bienen. Meine Anliegen und meine Handlungsweisen richten sich an der Achtung und dem Respekt vor dem Superorganismus Bien aus - den Bienenvölkern, die seit einigen tausend Jahren in einer Wechselwirkung bei den Menschen leben und für uns Honig produzieren.

Es gibt nicht die eine richtige Methode bei dem Umgang mit den Bienen. Wie bei fast allem ist der gute und gesunde Mittelweg meist die bessere Alternative - so auch die Vermarktungswege des Honigs. Ein regionales hochwertiges Produkt sollte möglichst ökologisch direkt zum Kunden kommen. Deshalb wird mein Honig mit dem Honigfahrrad geliefert.

Wenn man sich tiefgreifend mit den Bienen beschäftigt, bekommt man zwangsläufig ein Gespür dafür, wie es um unsere Umwelt und im Besonderen mit der Artenvielfalt bestellt ist. Hierzu möchte ich aber an dieser Stelle nicht weiter ausholen und Euch stattdessen einladen, uns virtuell auf Artenvielfalt.NRW in Schaephuysen am schönen Niederrhein zu besuchen. Wenn es Euch dort gefällt, könnt Ihr unser Dorf und unseren Verein natürlich auch gerne analog besuchen.

 

Schaephuysen, den 16.05.2021

HORST Jösch

In Chile 1966 geboren in Deutschland aufgewachsen, haben Pflanzen, Tiere und die Natur an sich schon sehr früh eine magische Anziehung auf mich ausgeübt.

So kam es, dass ich nach der Schulzeit ein einjähriges Praktikum in der Landwirtschaft absolvierte, um anschließend in Bonn Agrarwissenschaften zu studieren.

Im Wahlfach Bienenkunde hatte ich dann meine erste schmerzhafte Begegnung mit einer Honigbiene. Beim praktischen Teil hatte ich mich mutig gemeldet, ein Rähmchen zu ziehen. Der folgende Stachel auf der Daumenoberseite war schnell gesetzt und schmerzte ungemein. Natürlich habe ich versucht, mir nichts anmerken zu lassen und hielt das Rähmchen tapfer fest…

...Jahre und ein Kurs zur wesensgemäßen Bienenhaltung später wurde ein Traum war und ich bekam meinen ersten Schwarm.

Unvergesslich in 2020 bleiben mir die beiden Kurse, an denen ich teilhaben durfte: ‘Bau einer Masurischen Erdbeute‘ von Ralf Rößner und ‘Bienen und Spiritualität‘ an der Fischermühle.

Meine Interessen sind vielfältig: Natur- und Umweltschutz, Permakultur, meine tierlichen Mitbewohner, Kunst, Sport, Buddhismus bzw. Spiritualität.

JÖRG (J.R.) Ruther

Ich bin Jahrgang 1959, Bienenhalter (Imker), Alchemist, Fliegenfischer, Kampfsportler und lizenzierter Ausbilder im traditionellen japanischen Bogenschießen Kyudo. In meinem Broterwerbsberuf bin ich Berater in den Bereichen „Künstliche Intelligenz“, „Deep Learning“ und „Quanten Computer“. Ich bin für eines der größten und „blauesten“ IT-Unternehmen der Welt tätig. 

In Bezug auf die Bienen ist es sehr hilfreich für mich, dass ich in meiner Jugend einen „vernünftigen“ Beruf gelernt und diesen auch im In- und Ausland ausgeübt habe. Ich habe eine abgeschlossene Tischlerlehre, aber Mitte der 80er habe ich mich für einen anderen Broterwerb entschieden.

Mitte der 80er Jahre begann ich im Wendland (Lüchow-Dannenberg) mit der konventionellen Imkerei. Danach folgte dann eine lange Pause, in der ich gemeinsam mit meiner Frau begann, unsere Kinder in der Großstadt (West-Berlin) aufzuziehen. Nach der Wende zogen wir zurück aufs Land. In meiner häuslichen Nähe gibt es nur sehr wenige Imker, daher ist das Trachtangebot für die Bienen sehr gut.

Meine Philosophie als Bienenhalter ist nachhaltig und behandlungsfrei. Ich forsche seit Jahren in dem Bereich der traditionellen Bienenmedizin (Apitherapie) - inspiriert durch die spagyrischen Traditionen und alten europäischen Überlieferungen, die wir in zwei sinnlosen Kriegen fast völlig verloren hätten. Alchemie habe ich bei "The Philosophers of Nature", gegründet von dem französischen Alchemisten Jean Dubuis, der "Les Philosophes de la Nature" ursprünglich in Frankreich begründete, studiert. 

Nach vielen Versuchen halte ich meine Bienen nunmehr in 45 mm Warré Beuten, die einen speziell entworfenen "tiefen" Boden haben. Ein weiteres Volk lebt bei mir völlig ungestört und behandlungsfrei in einem Zeidlerbaum.

Mit meiner Frau, unseren Hunden und den Bienen leben wir glücklich in einem kleinen Dorf am Niederrhein unweit von Grevenbroich. Ich stehe in regem Kontakt und Austausch mit anderen behandlungsfreien Imkern in Deutschland sowie aus West- und Osteuropa. 

Ich bin Deutschlandkorrespondent der englischsprachigen Bienenzeitschriften „The Beekepers Quarterly“ und „Natural Bee Husbandry“, in denen ich auch regelmäßig publiziere bzw. anderen Menschen zu Publikationen verhelfe, indem ich deren Artikel übersetze.

bienenbaum@email.de

KARIN Amenda & INGO Hohenfeld

Wir beide, Karin Amenda und Ingo Hohenfeld, begleiten als Hof- Imker der Imkergemeinschaft Neuhollandshof unsere Bienen mit einer wesensgemäßen Bienenhaltung. Unsere Völker stehen ganzjährig auf dem Demeterhof Clostermann in Wesel- Bislich (NRW).

 

Als Mitglieder des Ausbildungsverbundes des Mellifera e. V. (Rosenfeld, Baden-Württemberg) bieten wir dort Vorträge und ganzjährige Kurse rund um die wesensgemäße Bienenhaltung an.

Was unterscheidet die Demeterhaltung bzw. wesensgemäße Bienenhaltung von einer konventionellen Betriebsweise?

Neben der konsequenten Entscheidung, auf Schwarmunterdrückung durch zum Beispiel Ablegerbildung, Drohnenentnahme und Flügelschnitt der Königin zu verzichten, ist bei unserer Betriebsweise die innere Haltung den Wesen gegenüber eine wichtige und umfassende Betrachtung beim Sein mit den Bienen.

Wesensgemäße Bienenhaltung bedeutet Aufmerksamkeit, Hingabe und Offenheit. Diese Form zu Imkern orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen des Bienenvolks, respektiert den Bien (das Bienenvolk) als Ganzes und versteht dieses einschließlich der selbstgebauten Naturwaben als einen zusammenhängenden Organismus.

Dies bedeutet auch das Erleben der Natur mit offenen Augen im Kreislauf der Jahreszeiten. Ein Bienenvolk benötigt je Größe im Jahr etwa 200 bis 300 Kilogramm Honig für sein Wachsen, Gedeihen und Fortbestehen. Hierbei ist schon eine Standortbetrachtung mitentscheidend für die Gesundheit eines Biens.

Es geht daher bei der wesensgemäßen Bienenhaltung nicht um die Erzielung eines maximalen Honigertrags, sondern darum, im Einklang mit den Bedürfnissen der Bienen zu imkern und die Bienen so zu halten, dass ihre Lebensbedingungen möglichst weitgehend denen in freier Natur entsprechen.

KARL-HEINZ (Kalle) Krause

Mein Name ist Karl-Heinz Krause – genannt werde ich oft Kalle. Ich bin Jahrgang 1955 und wohne am Rand der Stadt Viersen.

Zu den Bienen bin ich 2013 gekommen. Ich habe ganz konventionell angefangen und bin ich aktuell auf dem Weg zu einer extensiven Bienenhaltung.

Meine bisherigen Standardbeuten in DNM habe ich nach einem Workshop bei Almut Köhnen mit einem Thermodeckel ausgestattet, der über die Wintermonate auf die Zargen gesetzt wird. Einige Beuten habe ich gedämmt und beobachte Unterschiede zu den dünnwandigen Beuten.

2020 habe ich mir einen kleinen Strohstülper gekauft, weil ich diese Haltungsform erleben wollte. Nach dem Einschmieren mit „Maibutter“ und einer Trocknungsphase ist im Juni doch noch ein Schwarm eingezogen, der sich ohne bauliche Vorgaben entfalten durfte.

Im Herbst 2020 habe ich einen Workshop bei Ralf Rößner besucht und eine Masurische Erdbeute gebaut (siehe Profilfoto).

Zudem habe ich die Warré-Beuten und Klotzbeuten für mich entdeckt – hierbei werkle und experimentiere ich ganz praktisch mit dem Holz, hoffentlich im Sinne der Bienen.

In Viersen engagiere ich mich ehrenamtlich an einer Schule: Dort bringe ich anhand einer Warré-Beute mit Guckscheiben den Schülerinnen und Schülern die Welt der Honigbienen nahe.

Ich sehe mich als Bindeglied/Übersetzer zwischen konventionellen und naturnahen Bienenhaltern.

kalle.krause@t-online.de

KASPAR Clenet

Bereits bei meinem Grundlehrgang zum Imker im Bienenmuseum Duisburg wurde mir klar, dass die dort gelehrte Haltungsweise zur Gewinnmaximierung nicht der Vorstellungen entspricht, was mir vorschwebte. Ich wollte etwas Natürlicheres.

Inspiration fand ich im Internet. Am meisten beeindruckte mich hier Michael Joshin Thiele mit seinem Inneren Verständnis, der Spiritualität, seinem Verhältnis zu und sein Umgang mit den Bienen (https://www.apisarborea.com/).

Von Anfang an war ich immer bestrebt, mir meinen eigenen Weg in der Bienenhaltung zu suchen.

Ausgehend von dem Glauben, dass eine möglichst naturnahe Haltung der Honigbienen dieser gegenüber am respektvollsten ist. Davon überzeugt, dass die Bienen in der richtigen Behausung schon irgendwie mit der Varroamilbe zurecht kommen würden, baute ich immer wieder neue Behausungen und entschied mich, jegliche chemische Behandlung auszusetzen, weil mein Gefühl mir sagte, dass für ein Lebewesen, dessen Sinnesorgane weitaus sensibler als die unseren sind, diese Behandlung nichts anderes als eine Qual sein kann.

Die Lehre, die ich aus diesem Schritt zog, war wie zu erwarten nicht erquicklich, dafür aber den Bienen gegenüber gerecht. Interessant war, dass die Bienen, von denen ich es am wenigsten erwartet hatte, die waren, die mit dieser Situation am besten zurechtkamen. Ein Volk hatte meine Entscheidung überlebt: ein für den konventionellen Imker eher schwaches Volk in einer für den artgerechtem Imker viel zu dünnen Bretterkiste. Dieses Volk sollte mich weitere vier Jahre begleiten und mir zeigen, dass mit Sicherheit nicht alles, was man so lernt, auch der Realität entspricht.

In 2018, dem Gründungsjahr dieser Regionalgruppe, besuchte ich die Learning from the Bees Konferenz in den Niederlanden. In meiner Vorstellung in der Slack-Gruppe zur Konferenz schrieb ich: Ich bin seit 5 Jahren Bienenhalter. Ich arbeite mit Bäumen und habe in ihnen viele wildlebende Honigbienenvölker getroffen. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Bienen die Chance erhalten, wieder in Freiheit zu leben. Bis dies möglich ist, möchte ich ihnen helfen, fitter zu werden.

 

Innere Haltung

Im Idealfall sollte sich in der Haltung der Bienen die „Innere Haltung“ des „Bienenhalters“ spiegeln. Schaue ich auf die Jahre zurück, in denen ich vom Imker zunächst zum Bienenhalter geworden bin, weiß ich inzwischen nicht mehr wirklich, als was ich mich heute bezeichnen soll. Vielleicht schwebt mir etwas in der Art vor wie es das Projekt ujubees mit Jenny Cullinan bezeichnet.

Diese Gruppe hat bei mir auf der LFTB-Konferenz den größten Nachhall erzeugt. Sie selber sehen sich als Beobachter (Observer)( http://ujubee.com/). Daher möchte ich einen kurzen Text von ihrer Internetseite zitieren:

 

Der wahre Imker (von Karin Sternberg)

Es ist ein Missverständnis, dass Honigbienen Imker brauchen, um sie zu retten. Als Menschen haben wir eine natürliche Neigung, Dinge retten zu wollen. Aber Bienen gibt es schon seit Millionen von Jahren und sie blühten und entwickelten sich ohne uns. Bemerkenswert ist ihre Anpassung an unterschiedliche Klimazonen, Geologie, Blumen, Höhen, Ökosysteme, Raubtiere und sogar das Wetter. Um unsere Bienen zu retten, müssen wir sie frei sein lassen. Wir müssen aufhören, jeden Aspekt von ihnen kontrollieren oder verwalten zu wollen. Bienen brauchen uns nicht, um sie in Bienenstöcken zu verpacken oder die Zellgröße und -form der Waben durch Rahmen und Mittelwände zu bestimmen. Bienen brauchen uns nicht, um sie zu behandeln, und dabei die gesundende und symbiotische Mikrofauna zu töten, die im Laub und in den Nesttrümmern lebt, die im Kampf gegen Krankheiten und Varroa-Milben nützlich sein kann. Die Bienen haben die natürliche Fähigkeit, Bewältigungsmechanismen zu entwickeln. Bienen brauchen uns nicht, um ihren Honig zu nehmen und zu essen, der in Wirklichkeit ihre Nahrung und damit ihre Energie ist.

 

Ich persönlich habe mich dazu entschieden, Bienen nicht mehr aktiv zu halten. Ich werde ihnen weiterhin Wohnungsangebote zur Verfügung stellen und mich gerne um verwaiste Schwärme kümmern.

Bienen haben aus meiner Sicht das Recht frei zu sein, unbeeinflusst von der Manipulation des Menschen. Ich möchte ihnen, zumindest was mich angeht, dieses Recht zuteil werden lassen.

 

Krefeld, 2021

KATHRIN Engemann

Als Kind im Matsch gespielt, Wälder und Flure erkundet, Düfte wahrgenommen und oft fasziniert - von dem was kreucht und fleucht - gewesen; wie die Natur für alles eine Lösung hat, verlor sich all das mit dem Wegzug vom Lande. Die Stadt war nun mein neues zu Hause.

Eines Tages ergab sich die Möglichkeit, einen kleinen Schrebergarten im Düsseldorfer Süden zu „ergattern“. Was für eine Chance! Und der Garten? Er war leer. Es war und ist immer noch die Gelegenheit für mich, daraus etwas „anderes“ zu gestalten.

Dann ein kleiner Artikel „Bienenhaltung für jedermann“. Ich war sofort Feuer und Flamme. Ich begann zu recherchieren. Welche Beute ist die Richtige? Was ist gut für die Bienen? Was ist falsch? Darauf gab es keine eindeutige Antwort, das stellte ich schnell fest.

Nach Besuchen an Bienenständen, einem Imkerkurs, Recherchen und vielen Gesprächen startete ich 2014 mit einer Bienenkiste. Diese gab ich vor einiger Zeit an eine Jungimkerin ab und halte heute Bienen in Warré Beuten. Im Naturwabenbau dürfen sie sich bei mir austoben. Kommen Besucher vorbei, erfreuen sich diese daran, durch ein kleines Fensterchen auf der Rückseite in die Beute schauen zu können. Das hat schon manche - sonst völlig hysterisch um sich schlagenden - Menschen absolut ruhig und fasziniert werden lassen. Mein Ziel ist, für ein bisschen mehr Aufklärung zu sorgen. Egal, ob es das Verständnis der Nachbarn ist: für dieses wundervolle, von so vielen, schönen Momenten und interessanten Bekanntschaften geprägtes Hobby oder auch das Anstiften zu „mehr bunt und wild im Garten“, weg von Kirschlorbeer und Forsythie. Denn, was sagte einst ein bekannter niederländischer bio-dynamischer Imker zu mir?

„Das Einzige, was Bienen nicht können ist Pflanzen pflanzen!“

  

kathrin.engemann@web.de

MAIKE Schmidhofer

Ich bin eine Naturseele durch und durch. Deshalb habe ich aus meiner Berufung auch einen Beruf gemacht und mich zur ökologischen Landwirtin ausbilden lassen.

Aktuell bin ich angestellt in einer Bioland-Schäferei am Niederrhein und liebe den Kontakt zu den wolligen Wesen und zu Mutter Erde im gesamten Jahreslauf.

 

 

Meine große Verbundenheit mit der Natur brachte mich im Jahre 2019 dazu, mich auf die Bienen einzulassen.

Mir war sofort klar, dass für mich nur die „wesensgemäße Haltung“ in Frage kommen würde. So habe ich auch den Weg zur Mellifera Regionalgruppe „Naturwabe Niederrhein“ gefunden. In einem Kurs „wesensgemäße Bienenhaltung“ bei André Deckers habe ich über ein Bienenjahr gestreckt viel lernen dürfen – es sind jedoch noch Tausende von Fragen dazu gekommen... Seither hat mich die Bienen-Faszination nicht mehr losgelassen.

Eine im Herbst 2020 selbst erschaffene Masurische Erdbeute steht bereit und wartet auf seinen ersten Schwarm.

MIRS A. Schmidthüsen

Meine erste Begegnung mit Bienen hatte ich im Alter von 6 Jahren in einem Urlaub. In der Unterkunft hatte der Besitzer ein Bienenhaus. Ich fand es sehr beeindruckend, so viele Bienen auf einmal zu erleben.

All die Jahre danach habe ich mich überhaupt nicht mehr mit der Thematik beschäftigt - bis vor ein paar Jahren das Thema in den Medien aktuell wurde und über das Bienensterben etc. berichtet wurde. Ich sah die Bienenbehausungen und die Betriebsweise und wusste intuitiv, dass diese Art der Haltung einer der Gründe für das Sterben war. Und ich fragte mich, ob dies denn keiner sehen würde. Ich beschloss, wenn ich eine andere Form der Haltung, eine natürlichere, den Bienen entsprechende Haltungsweise finden würde, ich auch mit der Bienenhaltung anfangen würde...

Und das Universum erfüllt einem seine Wünsche ja gelegentlich. Es kam in Form des Buches „Die Bienenkiste“, das mich auf den Weg brachte – wobei mich die Form selbst nicht ansprach. Aber über dieses Buch bin ich dann zum Mellifera e. V. und der Einraumbeute gekommen. Sie hat mich begeistert und so imkere ich jetzt seit 2016 mit der ERB (Einraumbeute). Um den Menschen auch zeigen zu können, wie Bienen fast frei bauen, habe ich mich zusätzlich für eine Oberträgerbeute entschieden, einer sogenannten TBH (Top Bar Hive).

Ich habe einen Imkerkurs und eine wunderbare Imkerpatin gehabt, die mir über die ersten Schwierigkeiten hinweggeholfen hat. Ich habe meine Bienen bei mir im Garten, aber auch im NaturForum Bislicher Insel auf der Streuobstwiese, stehen.

In der Zwischenzeit bin ich Bienenpädagogin und habe meine Freude, Kindern und auch Erwachsenen das Thema Bienen näherzubringen, entdeckt. Es hat sogar dazu geführt, dass ich nun eine pädagogische Ausbildung begonnen habe und mich in Zukunft ganz der Pädagogik widmen werde - mit und ohne Bienen.

Der andere Schwerpunkt in der Arbeit mit Bienen sind die Entspannung und Spiritualität. Auch dieses Feld gilt es, in Zukunft weiter zu entwickeln - wie es nun mal in der Natur und im Leben ist: Alles ist im Fluss und wandelt sich stetig. Wir müssen uns nur darauf einlassen...  

 

Xanten am Niederrhein

mirs-lichtzentrum@gmx.de

NICOLE Sprenger

Hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, ich würde einmal überhaupt darüber nachdenken zu imkern, hätte ich denjenigen wohl nur ungläubig angeschaut.

2016 erfüllte ich mir dann allerdings einen Traum, indem ich einen Kleingarten pachtete und so lebte mein schon früher vorhandenes Interesse an der Natur wieder auf. 


2018 hatte ich dann die Chance, an einem Imkerkurs der Stadtbienen teilzunehmen, die ich mit Begeisterung genutzt habe. Ursprünglich nicht, um mal zu imkern, sondern “nur”, um etwas zu lernen. Ich war von Anfang an fasziniert davon, wie ein Bienenvolk in sich organisiert ist und diese Faszination ist mir bis heute geblieben, wo tatsächlich ein Bienenvolk in einer Warré-Beute ein Zuhause bei mir gefunden hat.

Mir ist wichtig, Räume zu schaffen und so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen von Mensch und Tier gerecht werden. Dabei ist mir meine Intuition genauso wichtig, wie das Wissen, das ich mir aneignen kann.

Ich träume davon, dass es für die Honigbienen (und nicht nur für sie) genug natürlich entstehenden Lebensraum geben wird. Bis es so weit ist, gebe ich mein Bestes, um Freiräume zu schaffen, in denen auch “meine” Bienen - so unterstützt wie nötig, aber auch so ungestört wie möglich - leben können.

 

Mönchengladbach-Rheydt
n.s.rheydt@posteo.de

ULRIKE Scheunemann

Bienen - Erleben - Verstehen - Pflegen

2018 wurde bei mir der Wunsch für die Bienenhaltung im eigenen Garten geweckt. Auslöser war der Kontakt zu einem Imker in der Nachbarschaft.

Nach einem wenig überzeugenden Vortrag zur konventionellen Bienenhaltung lernte ich im September 2018 die Mellifera Regionalgruppe „Naturwabe-Niederrhein“ im Therapeutikum Krefeld kennen.

2019 nahm ich in Mülheim an einem Mellifera-Imker-Lehrgang für wesensgemäße Bienenhaltung bei einem Demeter-Imker teil und bekam im April mein erstes Bienenvolk in einer Miniplus-Beute, leider überlebte es den Winter nicht. Im Mai 2020 versuchte ich es wieder mit einem Schwarm, der im September ausgeräubert wurde.

Unser ca. 300 m2 großer Garten befindet sich in der Stadtmitte von Viersen. In den Monaten Mai und Juni ist die Blütenvielfalt groß und es ist schön, Wildbienen, Insekten und natürlich auch Honigbienen beim Sammeln auf den Blüten zu beobachten.

Als Anfänger ist es nicht einfach, die vielen Informationen über konventionelle und alternative Methoden zur Bienenhaltung einzuordnen und einen eigenen Weg mit seinem Bienenvolk zu finden. Trotz der Rückschläge empfinde ich meine bisherigen Erfahrungen als wichtig und lehrreich. Ein besonders schönes Erlebnis in diesem Jahr war die Entdeckung und Beobachtung eines wildlebenden Honigbienenvolkes in einer Kirche in unserer Stadt.

Für die Pflege von Bienen und Wildbienen und den Erhalt einer vielfältigen Pflanzenwelt zu ihrem Nutzen möchte ich mich auch zukünftig einsetzen und mir liegt sehr viel daran, den Menschen immer wieder die wichtigen Zusammenhänge zwischen Blüten, Bienen und dem für sie so wertvollen Honigvorrat zu erklären.